Kanzlei Dr. Metschkoll
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Ansprechpartner Steuerrecht

Dr. Michael Metschkoll
(Steuerberater / Wirtschaftsprüfer)

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Steuerrecht - Verzicht auf Geschäftsführergehalt

 

Weniger ist manchmal mehr - Steuerliche Risiken des rückwirkenden Gehaltsverzicht eines Geschäftsführers

 

- RA/StB/WP Dr. Michael Metschkoll -

Gesellschafter-Geschäftsführer von Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) vereinbaren zur Verminderung der Belastung mit Gewerbesteuer mit ihrer GmbH in der Regel ein Geschäftsführergehalt. Damit hat die GmbH Betriebsausgaben und der Geschäftsführer persönlich Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit. Kommt die GmbH in wirtschaftliche Schwierigkeiten, so liegt es nahe, dass der Gesellschafter und Geschäftsführer zur Rettung seiner GmbH auf das Gehalt verzichtet. Er möchte damit insbesondere verhindern, dass er sein Gehalt der Einkommensteuer unterwerfen muss, obwohl es bei der GmbH sich aufgrund der Verluste steuerlich weder bei der Körperschaftsteuer noch bei der Gewerbesteuer auswirkt.

Aufgrund einer aktuellen Entscheidung des Bundesfinanzhofes (Urteil vom 15.6.2016, VI R 6/13) ist bei einem solchen rückwirkenden Verzicht steuerliche Vorsicht geboten. In vielen Fällen lässt sich nämlich der steuerliche Zufluss und damit die Versteuerung bei der Einkommensteuer gar nicht mehr rückgängig machen. Im Steuerrecht ist es grundsätzlich nicht zulässig, steuerliche Sachverhalte nachträglich durch Vereinbarungen wieder „zu beseitigen“. In solchen Fällen kann es sogar dazu führen, dass der Arbeitslohn der Einkommensteuer zu unterwerfen ist, aber der Verzicht aufgrund des allgemeinen Verbotes des Werbungskostenabzugs bei Kapitalvermögen im Rahmen der Einkommensteuer sich steuerlich nicht auswirkt. Der durch den Verzicht angestrebte steuerliche Vorteil kehrt sich in einen Nachteil um.

Statt eines Verzichts auf das Gehalt sollte überlegt werden, dass sich der Geschäftsführer ausstehende Gehälter von der GmbH einfach nicht auszahlen lässt und über die auflaufenden Gehaltsforderungen einen Rangrücktritt gegenüber der GmbH abgibt. Dies würde zu vergleichbaren wirtschaftlichen Ergebnissen, nicht jedoch zu den angesprochenen steuerlichen Nachteilen führen.

Für die Zukunft, also ohne Rückwirkung, kann mit Wirkung für die Einkommensteuer auf eine Gehaltsvereinbarung verzichtet werden. Letztendlich handelt es sich aber um keinen Verzicht, sondern um eine Vertragsaufhebung.Auch hier bestehen steuerliche Risiken, da die Finanzverwaltung eine verdeckte Gewinnausschüttung für den gesamten Geschäftsführervertrag annehmen kann. Eine betriebswirtschaftliche Planung ist von Vorteil, um rechtzeitig das Gehalt des Gesellschafters und Geschäftsführers einer GmbH an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung anzupassen. Grundsätzlich ist nämlich der Geschäftsführer und Gesellschafter nicht verpflichtet sich ein steuerpflichtiges Gehalt zu zahlen.