Kanzlei Dr. Metschkoll
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Kündigung Arbeitsverhältnis - Irrtum 1

„Im Kündigungsschutzprozess vor dem Arbeitsgericht zahlt die unterlegene Partei die gesamten Prozesskosten des Siegers.“

Beginnen wir zunächst mit den ungeliebten Verfahrenskosten für den Kündigungsschutzprozess…

Diese setzen sich aus den Gerichtskosten und den Rechtsanwaltskosten zusammen.

Ohne Vergütungsvereinbarung bestimmen sich die Kosten grundsätzlich nach der anwendbaren, gesetzlichen Gebührenordnung und sie sind vor allem vom Wert des Streitgegenstandes abhängig. Bei einem Kündigungsschutzprozess vor dem Arbeitsgericht ist der Gegenstandswert gesetzlich auf das Arbeitsentgelt für ein Vierteljahr begrenzt. Eine Abfindung wird nicht hinzugerechnet.

Außergerichtlich und in der ersten gerichtlichen Instanz vor den Arbeitsgerichten muss jede Partei ihre eigenen Kosten stets selbst tragen, unabhängig vom Ausgang des Gerichtsverfahrens. Eine Erstattungspflicht besteht beim Obsiegen lediglich hinsichtlich der verauslagten Gerichtskosten.

Da für die Parteien im arbeitsgerichtlichen Kündigungsschutzprozess in der ersten Instanz zudem eine anwaltliche Vertretung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, bleibt das Kostenrisiko überschaubar, was zu einer höheren Klagebereitschaft des gekündigten Arbeitnehmers führt.

Der juristische Laie ist aber gut beraten, bei Unklarheiten einen fachkundigen Prozessvertreter für das Kündigungsschutzverfahren beizuziehen, da oftmals auch mutmaßlich einfach gelagerte Fälle, Fallstricke enthalten können, die nur ein erfahrener Experte erkennen und lösen kann.
 

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